Arequipa

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Einfacher Flug von Cusco, nach einer knappen Stunde sind wir in Arequipa angekommen. In Nachbarschaft der heutigen Millionenstadt im Süden Perus befinden sich drei Vulkanen. Sie liegt auf der Höhe von 2.335m N.N. Heute die zweitgrößte und wirtschaftlich zweitstärkste Metropole Perus nach Lima. Sie ist zugleich die Provinzhauptstadt der gleichnamigen Provinz Arequipa.

Der Ausblick von der Dachterrasse unseres Hotels: Der Vulkan Misti

1537 hat Konquistador Diego de Almagro die Umgebung Arequipas erobert. Der spanische Leutnant Garcí Manuel de Carbajal gründete am 15. August 1540 die Stadt „Villa de Nuestra Señora de la Asunción del Valle Hermoso de Arequipa“ als spanische Residenz. Am 22. September 1541 ordnete der Monarch Carlos V. den Namen “ Stadt Arequipa“ an.

Der Sage nach haben die Untertanen ihren Inka-König Mayta Capac um Erlaubnis gebeten, in dieser schönen Landschaft mit dem milden Klima bleiben zu dürfen. Die Antwort: „Are quepay“ (Quechua: „Ja, bleibt“).

Plaza de Armas

Viele Städte der kastilischen Krone wurden nach diesem Muster angelegt: An dem Hauptplatz Marktplatz steht auch das Rathaus. Die Städtegründungen in Lateinamerika folgten diesem Plan. Die Hauptplätze heißen Plaza de Armas, da sie auch der Appellplatz im Falle eines militärischen Angriffes waren. Außerdem wurden hier auch andere wichtige öffentliche Gebäude wie die Hauptkirche und das Waffenarsenal errichtet.

Kathedrale von Arequipa an der Plaza de Armas

Bei sonnig angenehmer 24°C lässt sich die Stadt gut erkunden. Auf dem Plaza de Armas bieten viele fliegenden Bauchhändler eine Tasse Kaffee, einen Schnaps, einen Becher Eis, oder auch einen Schokoladenriegel, einen Lolli in ihrem Sortiment an.

Kreuzgang und Innenhof der Jesuitenkirche, unweit von Plaza de Armas

Kein spezielles Phänomen von Arequipa, sondern auch in anderen Großstädten Perus. Fraglich, wie man sich das Grundbedürfnis bzw. den Tagesbedarf damit verdienen kann?! Diese Frage kann ein Tourist am wenigsten beantworten!

San Augustin Kirche

Einige Straßen um Plaza de Armas sind verkehrsberuhigt und für Autos gesperrt. Sonst ist die Innenstadt laut, pulsierend und voll mit Autos und Bussen. Entsprechend die Abgase.

San Camilo Markt

Santa Catalina

Eine kleine Zitadelle mit hoher Mauer findet sich inmitten der Stadt: Das Kloster der dominikanischen Ordensfrauen. Beides, Santa Catalina und das historische Zentrum Arequipas gehören heute zum UNESCO-Weltkulturerben. Gründet in 1579 und gewidmet der heiligen Katharina von Siena bat es Schutz und Sicherheit für die Frauen, sich abgeschieden von der weltlichen Welt Gott zu widmen.

Santa Catalina

Doña María de Guzmán beschloss, sich in dem noch im Bau befindlichen Kloster einzuschließen und all ihre irdischen Besitztümer zu verschenken. Eine Vereinbarung zur Gründung des Klosters zwischen dem Stadtrat, dem Obersten Richter, dem Bürgermeisteramt von Arequipa und dem Erzbistum Cusco wurde unterzeichnet. Vier Grundstücke in städtischem Besitz wurden für den Standort des Klosters abgetreten und Doña María de Guzmán wurde zur „ersten Bewohnerin und Priorin des besagten Klosters“ ernannt.

Cloister de los Naranjos (Kreuzgang der Orangenbäume)

Um aufgenommen zu werden mussten die Frauen ein Jahr dort zur Probe wohnen und das eigene Mitgift erbringen. Viele verließen die Zitadelle nie mehr. Es gibt eine Aufbahrungshalle für die Toten und einen eigenen Friedhof.

Eine Wohneinheit

In der Anlage sind mehrere Gassen angelegt und nach spanischen Städten benannt, mit vielen Wohneinheiten. Jede hat einen Schlafbereich bestehend aus einem Bett, einer Truhe für persönliche Sachen und einem Kruzifix in jedem Raum an der Wand.

Weiße Gasse

Frauen, die in den Orden entraten, waren weiße reiche Criollas, Töchter weißer spanischen Familien geboren in dem Vizekönigreich Neuspanien (= neue Landesbesitzungen Spaniens), oder Mestizas, Abkömmlinge aus Mischehen von europäischen und indigenen Bevölkerung .

Die Wäscherei

Zeitweise bis zu 150 Nonnen und 300 Bedienstete wohnten in dem Kloster. Die Dienstmägde erledigten die Haushaltführung, da die Nonnen in Klausur lebten.

Rote Gasse

Bessere Wohneinheiten haben eigene Küche, einen eigenen Wohnbereich teils auch eine eigene Klarinette stehen.

Auch eine zentrale Badehalle gibt es für die Nonnen.

Seit Renovierung im Jahre 1970 kann der große Teil des Klosters besichtigt werden. Etwa noch zwanzig Nonnen lebend in Klausur bewohnen einen Seitenflügel.

Resümee

Insgesamt war es eine erlebnisreiche Reise. Wir haben viel Kulturelles und Natur erfahren. Peru ist noch ein Entwicklungsland mit viel Potenzial. Die Menschen sind gastfreundlich. Wir lernen immer mehr Spanisch dazu.

Gebührenfreies Bargeldabheben kann man einzig bei Multired-ATM der Banco da la nación, eher in normalen Wohngegenden, nicht in Tourist-Hotspots und am Flughafen zu finden. Max. Tageslimit = 800 Soles = 200€.

Visa / Mastercard werden für kleinere Beträge im Supermarkt und Restaurant akzeptiert. Für größere Beträge werden auch USD angenommen.

Mittagsmenü gibt es bereits für 12 Soles = 3€ für normale Arbeitende. Dafür bekommen wir ein Chicha morada oder Saftgetränk, eine Suppe, ein Hauptgericht von drei zur Auswahl, z.B. Arroz con pollo, Reis mit Hähnchen, und eine Götterspeise als Nachtisch. Hier selbstverständlich keine Visa und keine Toilette steht zur Verfügung. Es wird schnell gegessen und zurück zur Arbeit. Bei unserem Anblick scherzte der Chef, demnächst gibt es Menu turistico 🙂

Taxifahren klappt sehr gut mit Indrive-App, vor Ort zu installieren.

Neue Prepaid SIM-Karte (Prepago) für 2 Wochen und 4 GB Internet mit Paßregistrierung macht der Claro-Berater an Ort und Stelle für 10€. Nachladen (Postpago) für weitere 2 Wochen online für 2,50€.

Lavenderia (Wäscherei-Renigung) überall in der Stadt zu haben. Rückgabe am nächsten Tag 5 Soles (= 1,25€) pro Kilo, am gleichen Tag 10 Soles (= 2,50€). Über das Hotel das Doppelte.

Vielen Dank für die schöne Zeit, Peru!

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